Martina Schoder
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22.03.2019

01.03.2004

Große Gurke, klein gezeigt
„Monumentalchen" in einer Ausstellung des Puppenmuseums Hanau:

Als „Monumentalchen" werden die Kleinplastiken von Martina Schoder aus Niederdorfelden in der Fensterausstellung des Hessischen Puppenmuseums gezeigt. Hinter dem eigenwilligen Diminutiv verbergen sich eigenwillig gestaltete Keramiken von schwebenden Kugeln mit Anhängseln oder Auswüchsen bis zu den in der Form offener Kalebassen gestalteten Doppelglocken. Getöpferte Schnurschnörkel mischen die Formen von Brezeln, raffinierten Knoten und weiteren verschlungenen Kreationen.

Andere Objekte kombinieren die Form einer großen Gurke mit der Struktur eines Rankengeflechts, hohle und durchlöcherte Korpusse erinnern an versteinerte Seetiere wie Schnecken oder Muscheln, und alle betonen mit ihrer transparenten Gestaltung ihre Dreidimensionalität stärker als etwa ein Relief. Während sonst mit Keramik mehr oder weniger ansehnliche Gebrauchsgegenstände wie Aschenbecher oder Vogeltränken von geradezu biederer Nützlichkeit gestaltet werden, sind Schoders Minimonumente aufreizend unnütz. Kissen aus weißem Kettengeflecht jedenfalls machen kein Sofa bequemer, Fragmente von Gefäßen taugen nicht für den Gebrauch bei Tisch, Becher und Schalen wiederum sind verbogen oder eingedellt. Bei aller Fremdartigkeit erscheinen die Objekte organisch und gewachsen und bilden einen reizvollen Kontrast zur Anatomie der noch kahlen Bäume des Wilhelmsbader Kurparks im Hintergrund.

Jürgen Richter
FAZ 23.03.2004

 

Presse:

FAZ - 23.03.04 - kleine Gurke HA - 19.03.04 monumentalchen.pdf FAZ - 23.03.04 - kleine Gurke HA - 19.03.04 monumentalchen.pdf (202.79 KB)

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monumentalchen

Fensterausstellung, Hessisches Puppenmuseum, Hanau-Wilhelmsbad

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