Martina Schoder
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22.05.2019

01.11.2005

Historisches Rathaus Marköbel, Hammersbach, Hessen

AG KUNST im Historischen Rathaus

Pressetext

Wer kennt ihn nicht, den Slogan des großen, skandinavischen Einrichtungshauses: Wohnst Du noch oder lebst Du schon? Im Englischen heißt Wohnzimmer „Livingroom“, Wohnen und Leben liegen also gar nicht so weit voneinander entfernt.

Wortspiele sind eine besondere Vorliebe der Künstlerin Martina Schoder (1960), und auch ihre Skulpturen haben oft spielerisches Potential. In ihrer neuesten Präsentation WOHNZIMMER BAROCK hat sie das Rathaus wohnlich eingerichtet: ein Tisch mit 4 Stühlen ist gedeckt, aber nicht mit Geschirr, sondern mit Hand­schmeichlern und Keramikobjekten, die neugierig machen. Ein roter Faden verbindet die Objekte. Nur so geht beim spielerischen Arrangieren die Ordnung nicht verloren.

Ein Teppich wird besiedelt von polychromen Körpern. Die organischen Hohlformen auf farbigem Teppichmuster bilden ein üppiges Tableau, anziehend und bizarr. Im Raum steht ein offenes Regal, aus dem bewegliche Kettenobjekte hervor quellen. Sie erinnern an versteinerte Lebewesen aus dem Meer.

Auch der historische „Gerichtsschrank“ wird Teil des Wohnzimmer Ensembles von Martina Schoder. Denn nicht zuletzt hat das Möbelstück, das fest zum Inventar des barocken Rathauses gehört, sie zu Ihrer Installation WOHNZIMMER BAROCK inspiriert.

Martina Schoder geht mit ihren Arbeiten stets einen Dialog mit dem Ort ein, den sie bespielt. Im historischen Rathaus macht sie das Charakteristische des Ortes besonders wirksam sichtbar. Mit dem Barock war im 17. bis 18. Jahrhundert ein Baustil entstanden, in dem nicht die Summe der Einzelteile das Ganze ausmacht, sondern umgekehrt, das Ganze eine organische Einheit bildet, die jedes Teil zu einem Gesamtbild verdichtet.

Nach diesem Prinzip geht Martina Schoder auch in ihrer Ausstellung vor. Sie entwickelt eine Dramaturgie, die alle Exponate zu einem dynamischen Gesamtkunstwerk fügt. Dennoch zeigen ihre Skulpturen und Objekte aus farbig gefasster Keramik auch ihre ganz individuelle Wirkung. Sie bilden eine Sammlung von kuriosen, oft archaisch anmutenden Lebensformen, deren Ursprung ebenso in der Eiszeit wie in einem Science Fiction Roman liegen könnte.

Neben den raumgreifenden Arbeiten zieren so genannte „Rosetten“ die Wände. Die filigranen Keramikgeflechte mit architektonischen Anklängen setzen dekorative Akzente, die wie gewachsen in das WOHNZIMMER BAROCK passen. Martina Schoder zeigt auch ihre zarten Zeichnungen und Aquarelle, die Motive und Strukturen aus der Natur thematisieren. Die Besucher sind eingeladen, bei dieser Begegnung der besonderen Art selbst Teil der bewegten und bewegenden Bildwelt der Künstlerin zu werden.

Die Suche nach Einheit_HA02112005.pdf Die Suche nach Einheit_HA02112005.pdf

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WOHNZIMMERbarock

Skulpturen, Objekte, Zeichnungen, und Bücher

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