Martina Schoder
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11.12.2017

23. - 28.07.2012

vomunsichtbaren ist ein gemeinsames Kunstprojekt des Blindenhilfswerks in Hessen mit Sitz in Frankfurt und des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler, Regionalverband Darmstadt.

www.bbk-darmstadt.de
www.bsbh.org

www.kunsthochschule-kassel.de


Zur Eröffnung am Montag den 23.7.2012 um 17 Uhr spielt Schick & Schön auf mit feiner akustischer Musik. Begleitet von Ukulele, Akkordeon und Rahmentrommeln entführen die beiden Sängerinnen Antje und Verena ihr Publikum in ferne Länder Europas, Ozeaniens und Lateinamerikas.

Einladung zur Ausstellung documentationvomunsichtbaren
einladungskarte_documentationvomunsichtbaren.pdf einladungskarte_documentationvomunsichtbaren.pdf (191.27 KB)
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Pressemitteilung
Vom 23. bis 28. Juli 2012 ist das Projekt vomunsichtbaren zu Gast in der Kunsthochschule Kassel. vomunsichtbaren ist ein Kunstprojekt, in dem Künstler des BBK Darmstadt zusammen arbeiten mit Partnern mit Sehbeeinträchtigung aus den Reihen des Blindenhilfswerks Hessen.

Wir freuen uns, die Ausstellung documentationvomunsichtbaren diesen Sommer in Kassel zu zeigen als Ouvertüre zur große Gesamtschau, die im September in der Kommunalen Galerie in Darmstadt Premiere haben wird. Die künstlerischen Beiträge sind so individuell wie die neun Projektgruppen selbst, und zeigen ein breites Spektrum von Arbeitsweisen wie Malerei, Zeichnung, Fotografie, Film, diverse Objekte, Plastik, Installation, Sound und Text.

Bei allen Unterschieden gibt es ein verbindendes Thema: die Auseinander­setzung mit dem Unsichtbaren, also dem nicht ausschließlich Visuellen. Die Projekte haben das gemeinsame Ziel, alle Sinne anzusprechen:
1."Kunst haptisch erschließen" mit Katrin Beger-Merla + Frank Schäfer
2."Schrifttafeln / Begriffliches" von Gisa Hillesheimer + Dana Lienert
3."Die Maßnehmerei" von Juliana Jaeger + Wolfgang Lohnes
4."Lachende Befreiung" mit Brigitte Kottwitz + Hanna Hagenauer
5."Holz lebt - und tanzt" mit Traudi Schulte + Anna Courtpozanis
6."Ich kann nicht ohne dich, Du kannst nicht ohne mich" mit Ulrike Rothamel + Anna Courtpozanis
7."Ich sehe was, was Du nicht siehst" mit Roland Zehetmaier + Renate + Ludwig Pawlowsky
8."Blind Echo" von Martina Schoder + Brigitte Buchsein
9."Texte und Bildspuren" von Gundula Schneidewind + Eva Leitschuh + Stephan Wilhelm

Die Konzentration der bildenden Kunst liegt gemeinhin in der Sinneswahrnehmung des Sehens, also den Augen. Werke, die alle Sinne ansprechen oder gar ganz auf das Visuelle verzichten könnten, sind eher selten. Wir freuen uns, die Schnittstelle zwischen sehendem und sehbeeinträchtigtem Alltag zu thematisieren und jene Impulse zu verarbeiten, die der Austausch beider Welten provoziert. Dabei werden nicht nur die Grenzen zwischen sichtbar und unsichtbar aufgehoben, sondern auch eine Annäherung zwischen Nicht-Künstler und Künstler erreicht.

Die Projektgruppen treffen sich seit mehr als einem Jahr in Workshops und Erfahrungsfeldern wie dem Dialogmuseum in Frankfurt, einem Frühstück im Dunkeln mit verbundenen Augen und einer Baumpflanzaktion im Ober-Ramstädter Forst.

Aus den gemeinsamen Erlebnissen entwickelt jede Gruppe individuelle, künstlerische Ideen, mit dem klaren Anspruch der Inklusion. Ästhetische Entscheidungen seitens der sehenden Künstler haben Prioriät. Dennoch dominieren sie nicht das Geschehen, im Gegenteil. Denn in der Annäherung an die Welt der Blinden gilt es, Alltägliches neu kennen zulernen: Das Blindenschrift-Alphabet nach Louis Braille ist für Sehende ein komplett andersartiges Schriftsystem; Farberkennungsgeräte erleichtern Blinden die Zusammenstellung der Garderobe; eine Spracherkennungssoftware liest simultan vor am Computer - barrierefreies Schreiben ist dafür eine Voraussetzung, die Sehende oft nicht kennen; Geldscheine werden in eine Schablone gesteckt und so ihr Wert anhand der Größe erkannt. Blinde zeigen auf gemeinsamen Reisen ihren sehenden Partnern, dass Landschaft sich auch erschließt durch Geräusche, Gerüche und nicht zuletzt durch Sprache. Mit Worten versuchen wir Augenmenschen Sehenswürdigkeiten zu beschreiben, und lernen im Dialog mit Blinden, was Wahrnehmung jenseits des Visuellen bedeutet.

Die blinden Partner wiederum kommen mit der Produktion von Kunst in Kontakt und beteiligen sich aktiv an künstlerischen Prozessen. Eine echte win-win Situation, deren Verlauf in der Ausstellung an der Kunsthochschule Kassel nun dokumentiert wird.

Der kleineren Ouverture in Kassel folgt die große Gesamtschau vom 28.09. bis 12.10.2012 in der Kommunalen Galerie der Stadt Darmstadt. Im März 2013 wird es ein Gastspiel in den Räumen des Kunstvereins Eulengasse in Frankfurt geben.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im September 2012.


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documentationvomunsichtbaren

Ouvertüre Ausstellung zum Projekt in der Kunsthochschule Kassel

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