Martina Schoder
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22.10.2017

26.08. - 05.09.2009

NEWS
Der Katalog zum Symposium ist erschienen:
2. Internationales Bildhauersymposium Bad Salzhausen 2009
"Plastische Perspektiven", 48 Seiten, Preis: EUR 10,00

einladung_plastische_perspektiven_2009.pdfeinladung_plastische_perspektiven_2009.pdf(343.56 KB)

www.kunst-projekt.de


Schöne Bescherung:
Am Morgen des 24. Dezember 2009 stürzte der GIANT MAGIC MUSHROOM.
Frost und Regen haben die Geschichte "The rise and fall of the giant magic mushroom" fertig geschrieben, schneller als erwartet. Beobachter berichten:
"Und diesen Moment dann auch noch miterlebt zu haben, als aus dem Riss, erst unmerklich, - dann eindeutig - ein sich vergrössernder Spalt wurde und der Riese dann so unendlich langsam kippte und fiel... unvergesslich!"

Arbeiten mit der Natur
Inspiriert vom Sprießen der Pilze unter den uralten Douglasien im Park wird ein „giant magic mushroom" aus Naturstoffen gebaut. Lehm + Stroh + Weidenruten dienen als plastische Grundlage für eine organische Skulptur, die vor Ort aus frischem Lehm geformt wird. Besucher sind dabei willkommen, selbst mit dem Werkstoff zu arbeiten und mitzuwirken beim Entstehen der Großplastik.
Bereits in früheren Projekten hat Martina Schoder begehbare Werke in der Landschaft realisiert, Grabungen und Lehm & Strohbauten, die jeweils speziell für den Ort entworfen wurden. Die Künstlerin ist fasziniert von Naturerscheinungen, seien sie winzig oder monumental. Im Falle des Oberen Kurparks, mit seinen Baumriesen und Naturdenkmalen, hat Martina Schoder dem Maßstab des Ortes entsprechend reagiert. Sie begleitet die Schönheit der Natur mit einer naturnahen Skulptur, die in einen sensiblen Dialog mit dem Kurpark tritt.

Baufakten

1275 kg Lehm, 3 Ballen Stroh, frische Weidenruten, Oberfläche: Schlämmkalk, Wasserglas, Leinöl
Aufbau: 12 + 2 Arbeitstage

Publikumsreaktionen
Es gab intensives positives Feedback auf die Lehmbauweise, die Einige besonders passend für die Wetterau Region empfanden. Doch auf der ganzen Welt wird mit Lehm gebaut. Auch Besucher aus Zypern, Griechenland, dem Iran, Ägypten und der Ukraine erkannten eigene Erfahrungen wieder. Sie erzählten detailliert, wie zuhause traditionelle Lehmhäuser gebaut wurden, und wie schön diese waren. Erinnerungen an Afrika oder den Jemen brachten weitgereiste Menschen auch mit. Neben der Faszination über das Material und seine Eigenschaften war das Staunen darüber groß, wie langsam der Arbeitsprozess ist.

Die Idee - Der Titel: Giant Magic Mushroom
Ein englischer Titel ist eine Anspielung auf den Werdegang der Künstlerin und zugleich auf die „Internationalität" von Bad Salzhausen.

Der englische Titel bezieht sich aber auch auf ein Phenomen amerikanischen Ursprungs. Magic Mushrooms nannten in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Jünger einer amerikanischen new age Bewegung ihre bewußtseinserweiternden Drogen. Selbstversuche von Philosophen und Künstlern führten zu literarischen Manifesten, wie beispielsweise die Schriften des anthropologischen Feldforschers und Ethnographen Carlos Castaneda, der ganze Generationen von Hippies und Naturfreaks bis heute inspiriert. Psychedelische Reisen ins eigene Innere und ein Streben nach einer anderen „magischen" Wirklichkeit und Ganzheit mit und in der Welt kennzeichnen die esoterische „Arbeit" mit haluzinogenen Pflanzen, insbesondere Pilzen wie Peyote (Meskalin) und Psylozibin.

Pilze sind besondere Wesen in der Flora / Fauna, als botanische Gattung weder dem Pflanzen- noch dem Tierreich zuzuordnen. Sie sind in jedem Sinne geheimnisvoll: das plötzliche Erscheinen der Pilzfrucht, nach einem Regen und bei passender Temperatur oft über Nacht, erinnert an Magie. Meist lebt der Pilz nur kurz, verändert schnell sein Erscheinungsbild, und vergeht wieder. Pilze sind also Sinnbild der Verwandlung und Vergänglichkeit, aber auch der Fruchtbarkeit. Der eigentliche Pilz - das Myzeel - lebt unterirdisch unsichtbar. Die Pilzfrüchte erscheinen nur zur Fortpflanzung, sie sind die Geschlechtorgane des Pilzes und Träger seiner Sporen. Pilze gibt es in einer enormen Artenvielfalt, sind sie unberechenbar, manchmal nahrhaft, aber auch tödlich giftig. Pilze sind invasiv - z. B. Schimmelpilze gibt es überall; selbst im menschlichen Körper leben Pilzkulturen, gesunde sowie schädliche.

Viele Pilzarten entwickeln ausergewöhnlich attraktive Früchte, Farben und Oberflächen. Diese Vielgestaltigkeit fasziniert die Künstlerin, die z. B. Erfahrungen mit verrottenden Kürbisfrüchten fotografisch dokumentiert hat:

 

rotting pumpkin_008_sm.jpg

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Plastische Perspektiven, 2. Internationales Bildhauersymposium Bad Salzhausen

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