Martina Schoder
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22.10.2017

01.02.1995

2-person show mit Helmut Völker, Bellevue Saal, Wiesbaden

10teiliges Ensemble, Größe variabel, Lehm, Stroh, Haselruten
Stab (223 x 13 x 28 cm)
Trog & Trommel (je 58 x 60 x 60 cm)
Wand (105 x 155 x 35 cm)
Krone (75 x 130 x 130 cm)
Thron / Hocker (55 x 65 x 65 cm)
Joch (55 x 45 x 28 cm)
Käfig (155 x 45 x 45 cm)
Ringe doppelt
Kette/ Ringe 4fach

Ein überdimensionaler Krummstab lehnt an der Wand, mit Krone und Thron (Hocker) bilden diese Formen Variationen zu Herrschaftsinsignien, die aber praktisch nicht funktionieren: die Krone ist zu groß, der Stab zu schwer und der Thron hat keine Sitzfläche. Die am Boden liegenden Ketten sind oversized und viel zu schwer zum Tragen. Joch und Käfig behaupten sich ausdrucksstark durch ihre Körperlichkeit, bleiben aber funktionslos.  Trog und Trommel  sind archaische Bilder, die für die Grundbedürfnisse von Nahrung und Verständigung stehen. Ihr Format ist dem Menschen angepaßt und geht ebenso ein auf den Maßstab des Austellungssaales.

Als Plastikerin habe ich in diesem 10-teiligen Ensemble die Lehm&Strohbauweise in ausgeprägt linerarer Form untersucht. Der sonst massiv verarbeitete Baustoff sollte Raum umschreiben, Durchblicke und Einlässe gewähren, Balance und Stabilität erproben. Das Material wurde pur, ohne Oberflächenputz oder Farbe verwendet und betonte damit den Kontrast zum Innenraum mit Parkettboden und Stuckdecke. Der Dialog zwischen dem kultivierten Interieur und den plastischen Objekten aus rohen Naturstoffen ist irritierend und reizvoll.

Brigitta Melten im Wiesbadener Tagblatt am 03.02.1995:
... "Das Bemerkenswerte an ihren Arbeiten ist ihre archaische Natürlichkeit. Eigentlich sind sie wie befreit von der menschlichen Einwirkung. Das fängt beim Material an (Lehm und Stroh über einem Gerüst aus Ästen) und endet bei ihrer Form, die so schlicht, vereinfacht und urprünglich ist wie ein Biberbau oder ein Vogelnest. Und dennoch haben diese gepreßten Gebilde den Anschein einer dem Menschen dienenden Funktion, eines Gefäßes etwa, einem stark vergrößerten Detail (Haken und Ösen). Bis dann klar wird, daß diese Formen für sich stehen: Sie entziehen sich den klassischen Motiven der Plastik, versuchen nicht in ersten Linie etwas abzubilden. Sie sind sinnlich, ruhig und schön, gleichzeitig offen und in sich geschlossen." ...

Pressestimmen
WT - 03.02.1995_Ein Haus in dem Niemand wohnt WT - 03.02.1995_Ein Haus in dem Niemand wohnt (283.82 KB)
FAZ - 11.02.1995 - Spielraum FAZ - 11.02.1995 - Spielraum (249.01 KB)

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SPIELRAUM

Herrschaftsinsignien aus Lehm, Stroh und Haselruten

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