Martina Schoder
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11.12.2017

01.06.2004

Begehbare Freiluft-Skulptur aus Lehm, Stroh und Weidenruten für den Innenhof der Wallonisch-Niederländischen Kirche, Hanau (zerstört)

Pressestimmen

FAZ - 22.07.2004 - wer baut denn da mit  lehm.pdf FAZ - 22.07.2004 - wer baut denn da mit lehm.pdf (309.87 KB)

HA - 08.2004 - Kunstvoller Matsch.pdf HA - 08.2004 - Kunstvoller Matsch.pdf (193.82 KB)

HA - 13.08.2004 - Kunst an unerwarteten Orten.pdf HA - 13.08.2004 - Kunst an unerwarteten Orten.pdf (344.73 KB)

HA - 16.08.2005 - Ein Denkmal muss fliegen.pdf HA - 16.08.2005 - Ein Denkmal muss fliegen.pdf (271.19 KB)

 

Kinder bauen mit Vorliebe Behausungen, in die sie selbst hineinkrabbeln können. Im privaten Wohnbereich entstehen so oft improvisierte Höhlen aus Kartons oder Zelte aus Decken, die im Spiel dann zum Palast oder Raumschiff werden.

Im öffentlichen Raum können Kinder aber nur selten bauen. Deshalb möchte ich einen Vorschlag machen, der vor allem den spielerischen Bautrieb von Kindern nutzt und ihre Lust am Hantieren mit „Matsch“, d.h. in diesem Fall Lehm + Stroh, befriedigt. Auch die Senioren werden schon bald nach Baubeginn ihre Freude haben an dem naturnahen, Wärme ausstrahlenden Bauwerk. Inmitten der steinernen Mauern des Diakoniezentrums wird in nur 4 Wochen die „Lehmklause“ in Handarbeit entstehen.

Die vor Ort vorhandenen skulpturalen Elemente des Innenhofs mit Mahnmal, Vogeltränke und Hofpflaster bestehen allesamt aus Fragmenten. Sie erinnern an die Zerstörung des wallonischen Kirchenbaus ebenso wie die erhaltenen Ruinenmauern selbst. Mit der Lehmhütte soll nun eine Form entstehen, die rund und ruhig, in sich geschlossen im Hof steht.

Ihre Öffnungen erlauben Einblicke und Durchblicke und das Betreten vorwiegend für Kinder. Erwachsene müssen sich bücken um die „Klause“ durch die nur 1 m hohe Pforte zu betreten. Der Maßstab der Lehmhütte soll sich an der Raum­wahrnehmung von Kindern orientieren, Tür und Luken werden entsprechend klein gebaut. Für die „Großen“ ergibt sich daraus auch ein Denkanstoß. Wie z. B. bei den uralten Kirchen im Sinai, betreten die Mönche in gebeugter Haltung mit sichtbarer Demut den sakralen Raum durch eine niedrige Pforte.

Dem Wetter unter freiem Himmel ausgesetzt, verändert sich das Erscheinungsbild der Lehmhütte. Eine langsame Metamorphose setzt ein, und steht damit in Verbindung zur Verwandlung des Ensembles seit 1945. Hier jedoch werden die Veränderungen sanft sein, da durch Naturkräfte ausgelöst. Lehm bleibt ein lebendiger Baustoff, Sonne und Regen hinterlassen ihre Spuren. Die Lehm-Stroh-Hütte kann mit Wasserglas und Leinöl konserviert werden, um so dauerhaft im Hof des Diakoniezentrums erhalten zu bleiben.

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Lehmklause

Eine Lehmhütte für den Innenhof der Wallonisch-Niederländischen Kirche

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